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Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft

Landesverband Schleswig-Holstein - Wedel e.V.


[29.07.2006] - Was können Kreis Pinneberger Badeseen?



Erschienen im Wedel-Schulauer-Tageblatt vom 29.07.2006.


Naturbäder sind beliebt. Ein Vergleich zeigt, welche Unterschiede es bei Kreis Pinneberger Badeseen gibt.

Das Schwitzen nimmt kein Ende. Wochenlang schon klettern die Temperaturen im Kreis Pinneberg täglich über die 30 Grad-Grenze und die Hitzewelle hält an. Urlauber könnten sich das Geld für teure Tickets in den Süden sparen, denn auch in der Region gibt es viele Möglichkeiten, die Sonne zu genießen.

Für viele Kreis Pinneberger gibt es nichts Schöneres als eine Abkühlung in einem Natursee. Doch wie ungetrübt ist das Baden in einem der Gewässer im Kreis? Letzte Woche erst kam es zu einem tragischen Unfall, als im Freibad Oberglinde ein Mann ertrank. Und wie sauber ist das Wasser? Das Umweltamt überprüft alle zwei Wochen die Wasserqualität der Badeseen. Wegen Blaualgenalarm hatte das Barmstedter Bad am Rantzauer See vergangenen Montag geschlossen. Von Seiten des Amtes gibt aber Entwarnung - die Wasserwerte der Badeseen liegen überall im grünen Bereich. Außerdem gut zu wissen: Wo ist der Fun-Faktor am höchsten? Gibt es genügend Parkplätze? Und was kostet der Spaß?

Tageblatt-Mitarbeiterin Jennifer Nausch hat den Kiessee Appen-Etz, das Freibad in Oberglinde, den Mühlenteich in Bokel und das Bad am Rantzauer See in Barmstedt unter die Lupe genommen.



[Freibad Oberglinde] Schwimmen kostet hier keinen Cent

Fakten über den See: Der See ist 56 000 Quadratmeter groß. Die tiefste Stelle liegt etwa 30 Meter unter der Wasseroberfläche, das Wasser ist 26 Grad warm und hat nach Angaben des Umweltamtes eine gute Qualität.

Sicherheit: Zwei bis drei Rettungsschwimmer der DLRG beobachten das Treiben im Wasser. Wertsachen können Besucher in Spinden einschließen, allerdings sind davon einige defekt.

Sauberkeit: Auf dem Gelände liegen vereinzelt Eispapier und Kippen - genügend Mülleimer sind jedoch vorhanden. Hunde dürfen nicht mitgenommen werden, grillen ist auch nicht erlaubt.

Sanitäre Anlagen: Das Bad hat Umkleidekabinen, mehrere Duschen und Toiletten.

Gastronomie: Es gibt einen Kiosk, der Eis , Pommes Frites (1,50 Euro) und Würstchen sowie kühle Getränke (0,2 Liter Cola 1,20 Euro) anbietet.

Kinder: Im Sand spielen und so richtig austoben können sich Knirpse auf einem schattigen Spielplatz am flachen Ufer. Für Wasserratten gibt es eine Rutsche am und eine Schwimminsel im See.

Sport: Für Freizeitsportler stehen ein Basketballplatz, ein Beachvolleyballfeld sowie drei Tischtennisplatten zur freien Verfügung.

Parken: Das Bad hat einen Besucher-Parkplatz direkt vor dem See und ausreichend Anschließmöglichkeiten für Fahrräder.

Das Naturbad des Fördervereins Oberglinde hat in der Woche von 14 bis 20 Uhr und am Wochenende von 9 bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt zu dem Areal ist frei.



[Rantzauer See] Der einzige See mit Restaurant

Fakten über den See: Mit einer Fläche von 75000 Quadratmetern ist der Rantzauer See der zweitgrößte. Seine Tiefe beträgt nicht mehr als drei Meter und das Wasser ist bei diesem Wetter 27 Grad warm. Laut Umweltamt ist die Wasserqualität des Sees einwandfrei.

Sicherheit: Ein bis zwei Bademeister bewachen das Ufer rund um die Uhr. Zudem gibt es einen abgetrennten Nicht-Schwimmerbereich.

Sauberkeit: Mehrere Abfallbehälter säumen die Anlage, es liegt kaum Müll herum.

Sanitäre Anlagen: Das Bad hat eine warme Dusche und eine kalte Außendusche. Umkleidekabinen (auch für Rollstuhlfahrer) sowie Toiletten sind vorhanden.

Gastronomie: Es gibt ein Café mit Terrasse und warmen Speisen sowie einen Kiosk, der Eis, Getränke (Cola 0,2 Liter 1,20 Euro), Pommes Frites (1,80 Euro) und Nascherein anbietet.

Kinder: Für Kinder gibt es im Sand einen Spielplatz direkt am Ufer und eine Wasserrutsche.

Sport: Eine Tischtennisplatte und ein Beachvolleyballfeld laden ein. Das Bad verleiht Volleybälle gegen zehn Euro Pfand und Tischtennis- und Badmintonschläger gegen eine Gebühr von drei Euro.



[Bokeler See] Ein Paradies für kleine Kinder

Fakten zum See: Mit seinen 161 300 Quadratmetern ist der Bokeler See mit Abstand der größte und mit seinen 1, 60 bis 2 Metern Tiefe der flachste. Das Wasser ist 27 Grad warm und die Wasserwerte sind nach Angaben des Umweltamtes gut.

Sicherheit: Weil der See extrem flach ist und der Nicht-Schwimmerbereich dementsprechend groß, eignet er sich besonders gut für Familien mit Kindern. Die DLRG beaufsichtigt das Bad und verleiht oder verkauft Schwimmflügel für je 2 Euro.

Sauberkeit: Ausreichend Abfalleimer säumen das Gelände. Es darf nicht gegrillt und auch Hunde dürfen auch nicht mitgenommen werden.

Sanitäre Anlagen: Duschen, Toiletten und Umkleidekabinen sind vorhanden.

Gastronomie: Ein Kiosk bietet Getränke (0,5 Liter Cola 1,50 Euro) sowie Eis und Wurst an.

Kinder: Eine Fontäne am Ufer lädt zum Planschen ein, es gibt eine Wasserrutsche und eine Schaukel. Die DLRG verleiht Schwimmringe für 1 Euro.

Sport: Das Bad hat seinen eigenen Bootsverleih. Eine halbstündige Tour kostet drei Euro, eine Stunde 5,50 Euro. Eine Tischtennisplatte gibt es auch.

Parken: Autos können auf einem Seitenstreifen am Straßenrand und einem kleinen zusätzlichen Parkplatz abgestellt werden.

Das Freibad hat täglich von 9 bis 20 Uhr geöffnet. Kinder ab drei Jahren bezahlen einen Euro, Erwachsene ab 18 Jahren zwei Euro Eintritt. Ferienpassinhaber zahlen die Hälfte. Wer sein eigenes Boot mitbringen möchte, zahlt drei Euro.

Im Vergleich zu den anderen Seen ist dieser sehr flach und eignet sich besonders gut für Familien mit Kindern.



[Baggersee Appen-Etz] Baden nur auf eigene Gefahr

Fakten zum See: Der Baggersee Appen-Etz ist der kleinste mit seiner 24 500 Quadratmeter großen Fläche. Er ist bis zu zehn Meter tief und hat aktuell eine Wassertemperatur von 26 Grad. Wie das Umweltamt des Kreises mitteilte, ist die Wasserqualität gut.

Sicherheit: Der See ist nach drei bis vier Metern Uferentfernung so tief, dass kaum ein Erwachsener darin stehen kann. Eltern sollten besonders auf ihre Kinder achten - der See wird von keinerlei Rettungsschwimmern betreut und es gibt nur einen Rettungsring.

Sauberkeit: Trotz der Weitläufigkeit sind in regelmäßigen Abständen Mülltonnen aufgestellt. Obwohl Hunde mitgenommen werden dürfen, liegt kein Kot herum. Dafür gibt es aber Maulwurfshügel. Grillen ist erlaubt, deswegen stößt man an einigen Stellen auf kalte Glut.

Sanitäre Anlagen: Es gibt zwar drei mobile Toiletten, jedoch keine Duschen und keine Umkleide.

Gastronomie: Ein rollender Kiosk verkauft am Eingang nicht nur Eis, Getränke (0, 2 Liter Cola 1,20 Euro), Pommes Frites (1,60 Euro) und Würstchen, sondern auch türkische Spezialitäten.

Kinder: Für kleine Badegäste gibt es keine Einrichtungen.

Sport: Sportanlagen gibt es zwar keine, jedoch bietet die weitläufige Wiese genug Platz für Ballspiele und Co.

Parken: Der Parkplatz am See ist für die hohe Besucherzahl zu klein. Die Polizei ist nach Angaben einer Kioskmitarbeiterin regelmäßig vor Ort und verteilt Knöllchen.

Weil der Kiessee kein Freibad ist, kostet ein Besuch keinen Eintritt und ist rund um die Uhr möglich.


Artikel aus dem Wedel-Schulauer-Tageblatt vom 29.07.2006, grafisch dem Internet angepasst, Wortlaut unverändert


Als weitere Badestellen seien in Wedel das Strandbad an der Elbe und das Kombibad "Badebucht" (www.badebucht.de) erwähnt, auch wenn es sich in beiden Fällen nicht um Badeseen handelt.