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Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft

Landesverband Schleswig-Holstein - Wedel e.V.


[29.07.2006] - Schifffahrtswege sind nichts für Schwimmer


Von Anuschka Unger
Erschienen im Wedel-Schulauer-Tageblatt vom 29.07.2006.


Seicht senkt sich der Strand der Elbe zu. Die Wellen kräuseln sich und das kühle Nass lädt zu einem erfrischenden Bad ein. Langsam umspült das Wasser die Füße und Beine, Schritt für Schritt wagt man sich vor - und plötzlich verliert sich der Boden unter den Füßen. Steil fällt der Untergrund auf mehr als sieben Meter Wassertiefe ab. Die Elbe zeigt ihr anderes, ihr gnadenloses Gesicht, ihre Strömung reist alles mit sich. Hier kann nur überleben, wer wirklich ein guter und vor allem kraftvoller Schwimmer ist. Aus diesem Grund warnt die Wedeler DLRG eindringlich vor dem Baden in der Elbe entlang des Abschnitts Schulauer Fährhaus und Vattenfall-Kraftwerk. Dem Abschnitt, an dem der Strand direkt am Hauptstrom der Elbe liegt.

"Im Strandbad wird die Strömung durch die Bucht etwas entschärft", so DLRG-Pressesprecher Jens Pohlmann. Dennoch sollten auch hier die Badegäste aufpassen und sich nicht zu weit raus wagen, um sich nicht in Gefahr zu begeben.

Zwar hatte die Wedeler DLRG in den vergangenen Wochen schon einige Einsätze, um unvorsichtige Schwimmer aus dem Fahrwasser der Berufsschifffahrt zu retten, doch diese gingen alle gut aus. Damit es auch im weiteren Verlauf der Sommerferien so bleibt, rät Pohlmann, dass sich Badegäste in bewachten Bereichen aufhalten sollten, nur dort könne größtmögliche Sicherheit geboten werden. Diese befänden sich in der Stadt Wedel am Strandbaddamm.

Die ehrenamtlichen Rettungsschwimmer und Sanitäter sind immer an den Wocheneneden in der DLRG-Station gleich über dem Beach-Club zu finden. Von Freitagabend 20 Uhr bis Sonntagabend halten sie den Strandabschnitt im Auge. Über zu wenig Arbeit brauchen sich die Ehrenamtler dabei nicht zu beschweren. Pohlmann: "Der Betrieb nimmt zu. Vor allem an den Wochenenden tummeln sich Hunderte von Sonnenhungrigen am Wasser."

Dabei droht nicht nur seitens des Wassers Gefahr. Zu wenig Flüssigkeitsaufnahme bei hohen Temperaturen, ein langer Aufenthalt in der prallen Sonne oder übermäßiger Alkoholgenuss führen laut Pohlmann ebenfalls zu Notsituationen. Kommt dann noch Leichtsinn hinzu, kann es schnell bedrohlich werden.

Alles in allem zieht die Wedeler DLRG, die auch täglich mit einem Mitglied die Schwimmmeister im Kombibad unterstützen, mit Blick auf die ersten drei Ferienwochen eine gute Halbzeit-Bilanz. Einzig das Thema Urlaub macht den Rettungsschwimmern zu schaffen. So kommt es hin und wieder zu Engpässen in der Personalbesetzung. Über engagierte Neuzugänge würde sich die Mannschaft deshalb sehr freuen. Infos: www.dlrg-wedel.de.


Artikel aus dem Wedel-Schulauer-Tageblatt vom 29.07.2006, grafisch dem Internet angepasst, Wortlaut unverändert